Floristmeisterausbildung:
Steinmetzseminar im Mai 2008
Bericht von Ines Hundt, Studierende der Klasse FW71Flo
| Während unserer Meisterausbildung wird das Fach Material in Form praktischen Unterrichts durchgeführt. Dieser Unterricht findet in Werkstätten der jeweiligen Ausbildungsbetriebe oder anderer Lehrwerkstätten statt.
Diese Herangehensweise, die dazu dient, Materialerfahrungen zu sammeln, ist sehr intensiv, erlebnisreich und spannend. Das erste Mal mit fremdem Material zu arbeiten, ist auch immer eine persönliche Herausforderung, weil man keinerlei Vorkenntnisse und Erfahrungen besitzt. Wie individuell die Meisterschüler darauf reagierten, war ebenso interessant und trug zur Selbsterfahrung jedes Einzelnen bei. |
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Der letzte praktische Kurs war das Steinmetzseminar bei Frau Monika Schuh in der Pohlstraße 11. Ihr Werkraum befindet sich auf einem einzigartigen U-Bahn-Bögen-Gelände, in dem mehrere Ateliers und Werkstätten untergebracht sind. Wir waren schon von der grünen und kreativen Atmosphäre dort begeistert. |
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Nach kurzer Einführung in die Materialkunde der Gesteinsarten und einer arbeitsschutztechnischen Belehrung ging es ans handwerkliche Arbeiten. Jeder hatte seinen eigenen Arbeitsplatz und es standen verschiedene Steine zum „Ausprobieren" bereit. Frau Schuh erklärte die richtige Grifftechnik beim Schlagen. |
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Schon nach kurzer Bearbeitungszeit hatte jeder seinen Stein gefunden. Diese Erfahrung war für mich sehr interessant, denn vor dem Schlagen hatte ich einen ganz anderen Stein ins Auge gefasst, bei dem mir schon die Form gefiel. Aber die kurze Bearbeitungszeit (ca. 10 min) reichte für jeden von uns aus, um ein Gefühl für seinen Stein zu bekommen. |
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Ich entschied mich für den Thüster Kalkstein, einem feinporigen Sedimentgestein von hellgrauer Farbe, der sich gut bearbeiten ließ Unsere Aufgabe bestand darin, den gesamten Stein zu bearbeiten. Das hieß die Oberfläche abtragen und dabei verschiedene Eisen ausprobieren. Ein Spitzeisen für grobe Strukturen, ein Schlageisen für Kanten oder ein Zahneisen für die Form. |
| Obwohl es keine formgebende Gestaltung werden sollte, schaffte ich am ersten Tag sehr viel und war überrascht, wie wenig Hemmungen ich vor diesem Material hatte und welche Form entstand. An den anderen beiden Tagen wurde ich dann zaghafter und bearbeitete nur noch die Oberfläche intensiver. Dabei wurden wir ganz individuell von Frau Schuh betreut. |
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Auch die Fragen: Wann hört man auf? Wann ist der Stein fertig? Will man ihn noch manuell schleifen? wurden individuell gelöst und zwei Schüler hängten noch einen Bearbeitungstag ran, um die Arbeiten zu beenden. Dann wurden die Steine im Garten der Schule aufgebaut und mit Frau Schuh während eines theoretischen Unterrichts besprochen. Sie fand unsere Arbeiten alle sehr organisch, typisch für Floristen und freute sich über die Ergebnisse. Außerdem gab sie Hinweise für eine Präsentation der Steine, und wir klärten noch viele Fragen bezüglich künstlerischer Steinbearbeitung. |
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Wir hatten alle das Gefühl, eine intensive Erfahrung mit dem Material Stein gemacht zu haben und dank Frau Schuh wurde bei uns allen Interesse geweckt für weitere Steinmetzprojekte. Berlin, 14.07.08 |
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Abschlussbesprechung