Unsere Honig-AG
„Bienenfleiß an der Peter-Lenné-Schule“
Seit dem Sommer 2004 wird an der Peter-Lenne Schule an einem Bienenhaus gearbeitet. Noch vor dem Winter 2004 konnten die Schülerinnen und Schüler der BV-Lehrgänge mit dem Lehrer für Fachpraxis, Herrn Martin Rammensee, den Rohbau des Bienenhauses fertig stellen. Die Pläne dazu hat der Gartenbaulehrer und Imker Klaus Noffke erstellt, der die Arbeiten natürlich mit großer Begeisterung verfolgte!

Im Frühsommer 2005 konnte der Bau dann abgeschlossen werden. Die Klassen haben ihn zu einem wahren Schmuckkästchen verwandelt! Die Fassade um die Fenster und die Tür ist mit einem Kachelmosaik verziert, das Dach begrünt. Wasser- und Stromanschluss sind in den zwei Räumen vorbereitet. Der Zugang wurde nach den Sommerferien in Angriff genommen und mit einer schönen Kleinpflasterung und Randbepflanzung versehen.
Ein kleiner Teich an der Schmalseite des Hauses ist nicht nur sehr dekorativ, sondern dient den Bienen als Tränke. Ein Bienenbaum am Teich wurde im nächsten Frühjahr gepflanzt, um den Bienen eine reichliche Tracht noch im Spätsommer zu ermöglichen.
Natürlich sind auch schon Bienen eingezogen! Mit zwei Völkern begann im September 2005 die kleine Imkerei, die auf maximal fünf Völker begrenzt sein wird.

Bei schönem Spätherbstwetter konnte der Bienenflug gut beobachtet werden. Sie waren noch zahlreich unterwegs im Schulgelände und haben sich auf dem neuen Standort eingeflogen.
Der Schulstandort wird auch als Station zu phänologischen Beobachtungen genutzt. So wird die Gewichtsveränderung eines Volkes durch eine Stockwaage regelmäßig ermittelt, die Entwicklung der Völker dokumentiert und der Blühbeginn der Trachtpflanzen beobachtet, sowie die Daten zur Auswertung an den Imkerbund monatlich weitergeleitet.
Spricht mit Bienen: Klaus Noffke
Unser Obst- und Ziergarten, aber auch die vielen Wildpflanzen auf dem Schulgelände und der Umgebung werden im nächsten Jahr von den Bienen reichlich profitieren, denn 80% der Pflanzen sind auf die Bestäubung durch Bienen angewiesen!
280 000 km müssen die Bienen fliegen und dabei 6–8 Millionen Blüten anfliegen, um 1 kg Honig zu produzieren! Wenn sich die Völker gut entwickeln, kann die Schule ca. 30–50 kg Honig pro Volk ernten! Neben dem Honig produzieren die Bienen auch noch wertvolles Wachs und Propolis, das ebenfalls gewonnen wird.
Im Winter kommen die Bienen endlich zur „Ruhe“ und ernähren sich von dem Honig, den sie als Winterfutter in die Waben eingetragen haben. Im Frühjahr beginnt die Imkerei von Neuem. Dann werden natürlich auch die Schülerinnen und Schüler der Fachpraxis dabei sein, damit sie auch miterleben können, wie ihr Bienenhaus genutzt wird. Natürlich müssen die interessierten Schülerinnen und Schüler die notwendigen Fachkenntnisse der Imkerei besitzen, wenn es „in die Bienen“ geht. Mit dem Nachlassen der Arbeit im Schulgarten im Winter werden sie vom Imkerlehrer Herrn Noffke in die interessante Welt der Bienen eingeführt werden.
Vielleicht haben Sie Lust bekommen auch einmal mitzuimkern oder wollen den leckeren Schulhonig probieren? Dann schauen Sie doch einfach mal vorbei! Eine Führung ist jederzeit möglich!
Klaus Noffke
Galerie: Honigernte im Juni 2010
Etliche Schaulustige, darunter auch eine Gruppe kleiner Besucher aus einer benachbarten Kita, wohnten am 23. Juni 2010 der ersten Honigernte des Jahres bei. Zusammen mit seinen Imkerkolleginnen und -kollegen von der Schule demonstrierte Klaus Noffke das Öffnen der Magazinbeuten im Bienenhaus und die Entnahme der Waben. Die Waben wurden gereinigt und entdeckelt, bevor sie im Sanitätsrauim der Schule geschleudert wurden. Herr Noffke, der in diesen Wochen (zumindest als Lehrer) in den wohlverdienten Ruhestand geht, schätzte den Ertrag vorab auf rund 80 Liter!
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| Andrang beim Bienenhaus | Öffnen der Magazinbeuten |
Entnahme der Waben |
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| Entdeckelung der Waben | Honigschleuder | Ca. 80 Liter Ertrag |
P.S. Noch mehr über Bienen:
Die Honigbiene Apis mellifera carnica – „Kärntner Biene" ist die verwendete Bienenrasse. Sie stammt ursprünglich aus dem Kärntner Gebiet in Österreich und hat die vor dem Krieg gezüchtete, heimische Nordbiene (Apis mellifera mellifera) weitgehend ersetzt. Die Kärntnerbiene zeichnet sich durch eine rasche Entwicklung im Frühjahr, besonderen Fleiß mit hohen Honigerträgen, geringe Krankheitsanfälligkeit, geringe Schwarmlust und Sanftmut aus.
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| Kärntner Biene (Richard Bartz, Wikimedia Commons) |
Geimkert wird in Magazinbeuten mit dem DN-Maß. Im Hochsommer kann die Beute bis zu 5 Zargen hoch sein, das bedeutet, dass das Volk die untersten zwei Zargen als Brutraum und die oberen drei Zargen als Honigraum nutzt. Das Volk hat zu dieser Jahreszeit seine größte Volksstärke mit bis zu 100.000 Tieren. Im Honigraum können dann bis zu 40 kg Honig vorhanden sein!
Nach der Schleuderung im Juli müssen die Bienen mit ca. 30 l Zuckerwasser aufgefüttert werden, das sie ebenfalls in Honig umwandeln. So können sie im Winter nicht verhungern. Den Winter verbringen sie in ihrem Stock mit ca. 8.000 Bienen in der Wintertraube. Die Bienen bilden eine dichte Traube um die Königin. Sie ernähren sich von dem eingelagerten Honig und halten, unabhängig von der Außentemperatur, im Inneren der Traube eine konstante Temperatur von ca. 22°C.
Ab 10°C Lufttemperatur fliegen sie aus und sammeln mit großem Fleiß Nektar und Pollen. Sie sind die wichtigsten Bestäuber unter den Insekten und von großer ökologischer Bedeutung für die Natur.
Biologie der Biene
Die Honigbiene gehört zu den staatenbildenden Insekten. Ein einziges Geschlechtstier, Königin oder auch Weisel genannt, ist die Mutter aller Tiere eines Volkes. Sie wird bis zu fünf Jahre alt und legt in der Saison bis zu 3.000 Eier pro Tag.
90% des Volkes bilden die Arbeiterinnen. Es sind Weibchen, die jedoch durch Pheromonduftstoffe der Königin an der Geschlechtsreife gehindert werden und so keine Eier legen können. Sie leben in der Saison nur vier Wochen, in denen sie ununterbrochen arbeiten. Sie verrichten nach dem Schlupf zunächst Arbeiten im Stock und putzen und bauen die Waben aus selbst produziertem Wachs, füttern die Brut, pflegen die Königin, verarbeiten den Nektar zu Honig und sind am Ende des Stockdienstes Wächter am Flugbrett. Danach werden sie zu Sammlerbienen und fliegen den ganzen Tag zum Nektar und Pollensammeln aus. Nach 4 Wochen sind sie am Ende ihrer Kraft und sterben.
Die restlichen Tiere sind die Drohnen, die männlichen Bienen. Sie entstehen nur in der Zeit, in der sich ein Volk fortpflanzen kann, von April bis Juli. In diesem Zeitraum werden auch neue Königinnen vom Volk herangezogen, zu deren Begattung die Drohnen benötigt werden. Die Drohnen werden gepflegt , von den Arbeiterinnen gefüttert und müssen selbst keine Arbeit im Stock verrichten. Ab Juli werden sie dann von den Arbeiterinnen aus dem Volk vertrieben und verhungern außerhalb des Volkes.
Imkerei
Die Imkerei kann als Haupterwerb betrieben werden. Großimkereien haben bis zu 10.000 Bienenvölker in der Nutzung. Als Produkte werden neben dem Honig auch Bienenwachs, Pollen, Propolis und Gelée Royal hergestellt. Die Ausbildung des Imkers erfolgt durch eine dreijährige Lehre. Eine Weiterbildung zum Imkermeister und ein Hochschulstudium ist möglich.
Zum Weiterlesen:
- Wussten Sie schon, dass es ein BienenWiki gibt?










