Projekt „Energie und Umwelt" der BOS/FOS-Klassen der Peter-Lenné-Schule

Plakat

Am 15. Und 16.05.2013 fand zum wiederholten Mal das fächerübergreifende zweitägige Unterrichtsprojekt zum Thema „Energie und Umwelt" der 12. Klassen der BOS und FOS statt.
Am Anfang des ersten Tages stand ein so genanntes gemeinsames „Klimafrühstück", zu dem jeder (Schüler/innen und Lehrer/innen) etwa mitgebracht hatte. Dabei wurden bestimmte Lebensmittel vorgegeben, z. B. Äpfel aus der Region und aus Argentinien, Milchprodukte und Sojaprodukte, Kaffee und Tee unterschiedlicher Herkunft, Wurst und Käse aus konventioneller und ökologischer Produktion etc.
Im Anschluss wurden wie im Jahr davor die folgenden Themenschwerpunkte gebildet und in Gruppen bearbeitet:
- Ökologischer Fußabdruck, Was ist das?
- Bewertung des „Klimafrühstück" CO2-Fußabdruck von Lebensmitteln oder die Energiebilanz von Lebensmitteln ,
- Wärmeerzeugung und -verbrauch an der Schule und zu Hause,
- Stromverbrauch an der Schule und zu Hause,
- Wege einer Jeans,
- Mein Schulweg (energetisch betrachtet)
Ziel des Projektes war die Erstellung einer großen Wandzeitung im Foyer unserer Schule, bestehend aus selbst angefertigten Plakaten mit Bildern, Zeichnungen, Kollagen, selbst verfassten Texten und Artikeln. Alle Schüler/innen der Schule sollten auf die dargestellten Informationen und Probleme aufmerksam gemacht werden, Diskussionen angezettelt und die Möglichkeit geschaffen werden, dass auch Klassen anderer Bildungsgänge diese Themen im Unterricht aufgreifen. (Was mittlerweile gelungen ist!) Zudem sollten die einzelnen Gruppen einen Bericht für die Schulhomepage verfassen.

 

Berichte der Schüler/innen zum Projekt am 15. und 16. 05.2013:


Bericht der Arbeitsgruppe „Wege einer Jeans":

PC-Recherche
Gruppenmitglieder: Lars, Lilly, Franzi, Max, Olli, Alex, Benni, Thomas, Tristan, Vincenz

In unserer Gruppe hatten wir die Aufgabe, den Weg der Jeans raus zu finden. Wir haben mit der Begriffserklärung der Globalisierung begonnen, die die weltweite Vernetzung beschreibt. In verschiedenen Gruppen bearbeiteten wir die Weltreise (m)einer Jeans mit 11 verschiedenen Stationen, die Arbeitsbedingungen in Textilfabriken und die Altkleiderverwertung. Daraus resultierten erschreckende Ergebnisse.
11 Länder sind an der Fertigstellung einer Jeans beteiligt. In den meisten Ländern herrschen katastrophale Arbeitsbedingungen, wobei keine Sicherheits- und Brandschutzbestimmungen bzw. -einrichtungen existieren und Betriebsräte völlig fremd sind.
Viele Konsumenten gehen davon aus, dass in Kleiderboxen entsorgte Kleidung an Hilfsbedürftige geht, jedoch wird der größte Teil weiterverkauft.

Konsumenten sollten daher besser über die Herstellung von Kleidung informiert werden und Firmen sollten internationale Auflagen zu Sicherheitsstandards einhalten müssen.
Arbeitsbedingungen in Bangladesch
In den knapp 5000 Textilfabriken in Bangladesch arbeiten die 2,5 Millionen billigsten Arbeitskräfte der Welt. Bei einer Arbeitszeit von mindestens 60 Stunden/Woche, bekommen die Arbeiter grade mal 34 € Lohn, der nicht mal ausreicht, um Wohnungs- und Essenskosten zu decken

Auf engstem Raum, unter katastrophalen Bedingungen werden ¾ der Arbeiterinnen von männlichen Aufsehern/Managern schikaniert. Mit durch gestochenen Fingern, ohne Pausen, brennenden und tränenden Augen sowie chronischem Husten müssen sie Überstunden machen, bis 3 Uhr morgens arbeiten und um 8 Uhr die nächste Schicht beginnen. Dabei sitzen sie mit vorgebeugtem Rücken über den veralteten Nähmaschinen und nähen 300 Ärmel, Kragen und Knopfleisten an Hemden. Dabei verdienen sie grade mal 2 € / Tag bei 20 Stunden Arbeitszeit. Im Sommer 2012 wurde der Lohn dann von 1600 auf 3000 Taka (circa 30 €) erhöht.
Durch fehlende Sicherheits- und Gesundheitsvorkehrungen hat jede zweite Arbeiterin täglich neue Verletzungen.
Die Infektionsgefahr ist sehr hoch, da viele Arbeiter auf engstem Raum zusammengepfercht sind. Überfüllte Räume, die sich aufheizen, sowie schlecht isolierte Stromkabel tragen ihren Teil dazu bei.
Ein Betriebsrat ist für viele Arbeiterinnen ein Fremdwort. Grade mal 100 Fabriken von allen besitzen einen Betriebsrat, in anderen Fabriken wird so etwas nicht erlaubt. Oder gewaltsam unterdrückt. Daher existieren weder Brandschutz, noch Sicherheitseinrichtungen wie Feuerlöscher oder Notausgänge. Anhand vieler Vorfälle weiß man, dass Notausgänge meistens verschlossen sind oder durch die zu große Anzahl an Menschen nicht ausreichen.

Deutschland hat im Jahr 2012 im Wert von über 3 Milliarden Euro Kleidung aus Entwicklungsländern importieren lassen. Bekannte Marken, wie z.B. H&M, C&A, Zara und Kik tragen dazu den größten Teil bei.
Was Konsumenten dagegen tun können
Konsumenten sollten besser informiert werden, wo ihre Kleidung herkommt, welchen Weg sie hinter sich hat und welche Arbeitskräfte zu welchen Bedingungen dahinter stecken.
Die Firmen sollten gezwungen werde, internationale Qualitäts- und Sicherheitsstandards einzuhalten.

Bericht der Arbeitsgruppe „Strom":
Wie können wir in der Schule Strom und Energie einsparen? Das war die große Frage, die in den Tagen vom 15- 16.05.2013 unter dem Thema „Energie und Umwelt" geklärt werden sollte.
Unter der Aufsicht von Frau Bartsch (Mathelehrerin) stellten wir uns erst einmal die Frage, was wir eventuell schon Zuhause von uns aus tun können um Energie einzusparen. Am folgenden Tag haben wir die Schule mit mehreren Gruppen auf die Umwelt- und Energieverhältnisse durchleuchtet. Zusätzlich befragten wir mehrere kundige Personen, damit wir fundierte Fakten erhalten. Uns sind sowohl positive als auch negative Aspekte aufgefallen. Nun setzten wir uns mit den Gruppen zusammen und suchten nach Lösungsvorschlägen und Verbesserungsmöglichkeiten.
Wir haben folgende Lösungsvorschläge und Verbesserungsmöglichkeiten:
• Fenster abdichten (viel Wärme geht durch die Fenster verloren),
• Heizung soll regulierbar sein ( z.B. im Sommer aus),
• mehr Bewegungsmelder ( sparen Strom),
• Lichtschalterbeschriftung ( unnützes Ein- und ausschalten wird vermieden),
• energiesparende elektrische Geräte,
• Stoßbelüftung,
• Dachbegrünung
Wir hoffen, wir können die zuständigen Personen durch unsere Vorschläge anregen, das Thema Umwelt und Energie mit mehr Engagement zu betreiben.


Bericht der Arbeitsgruppe „Schulweg":

CO2-Fußabdruck
Tatort Schulweg
Welchen ökologischen Fußabdruck hinterlassen wir beim täglichen Weg zur Schule und zur Arbeit? Unsere Gruppe hat sich intensiv mit dieser Frage befasst und dabei eine Umfrage an der Schule durchgeführt. Dabei haben wir mehrere Klassen und auch Lehrer gefragt mit welchen Verkehrsmitteln und wie viele Kilometer sie jeden Tag unterwegs sind. Dabei stellten wir fest, dass die meisten das Auto, aber auch Bus und Bahn nutzen, die wenigsten kommen mit dem Fahrrad oder zu Fuß. Doch die Kilometerzahl allein ist noch recht uninteressant. Also haben wir den CO2- Ausstoß für das jeweilige Verkehrsmittel, das durchschnittlich alle Schüler pro Jahr nutzen, ausgerechnet. Dabei kamen ziemlich hohe Werte heraus, vor allem für die Autonutzer. Denn sie stoßen insgesamt etwa 152 Tonnen CO2 pro Jahr aus, Fußgänger hingegen natürlich keine. Es ist leider so, dass sehr viele Schüler nicht die Möglichkeit haben zu Fuß zu kommen, oder auch mit dem Fahrrad. Andererseits kann man sehr wohl von Auto auf die öffentlichen Verkehrsmittel umsteigen, oder auch Fahrgemeinschaften bilden. Somit könnte man zumindest im kleinen Rahmen den CO2 – Ausstoß verringern.

Bericht der Arbeitsgruppe „Bewertung des Klimafrühstücks":

Klimafrühstück
Es ist ein vielschichtiges Problem, die CO2-Bilanz von Lebensmitteln zu bestimmen. Diese ist sogar für Experten schwer zu berechnen, da bei dem ökologischen Fußabdruck eines Produkts verschiedene Faktoren zu kalkulieren sind:
1. Der Transportweg (häufig über weite Strecken mit dem Flugzeug oder LKW)
2. Die Energie für die Erzeugung: Beispielsweise beim Anbau in Gewächshäusern werden 5-30 x so viel Treibhausgas freigesetzt, unter anderem für die Wärme, als im Vergleich zu derselben Menge des Erzeugnisses aus konventionellem Ackerbau.
3. Die Lagerung der Lebensmittel (Kühlhäuser sind Energieverschwender)

Ein kg Rindfleisch hat eine CO2-Bilanz von 13,3 kg CO2 pro kg(!), das ist soviel CO2 als würden 6 Liter Benzin verbrannt werden und das wiederum ist soviel, als wenn man 1 kg Äpfel sechs Mal von Argentinien nach Deutschland verschiffen würde. Diesen Fleischkonsum müssen/sollten wir reduzieren (Schweine- und Geflügelzucht bedingen einen hohen Energieverbrauch). Weitere Spitzenreiter der klimaunfreundlichen Produkte sind Wurst, Milchprodukte, sowie Sahne und Käse. Klimafreundliche Produkte sind Obst, sollte aber saisonal gekauft werden. Gemüse, Brot, regional gekaufte Lebensmittel sind CO2-technisch besser, da Sie nicht von fernher hertransportiert wurden.
Unschlagbar ist die Klimabilanz des Apfels aus eigenem Garten: Er hat überhaupt keinen CO2-Ausstoß zur Folge.
Vegetarisches Essen belastet die Umwelt nur zu 1/3 so stark, wie ein „normales" Essen mit Fleisch.
Saisonal gekaufte und lokal erworbene Lebensmittel sollten bevorzugt werden, so sollte auch darauf geachtet werden, zu vermeiden mit dem Auto eine unnötige Strecke zu fahren, um etwa einen Apfel zu kaufen, denn ein neues Auto stößt bei einem km Fahrt so viel CO2 aus, als würde man 1kg Äpfel von Argentinien nach Deutschland verschiffen.
Bio-Lebensmittel verursachen 25% weniger CO2-Emissionen als ein konventionell erzeugtes Pendant (Verzicht auf mineralische Dünger, deren Erzeugung ebenfalls Energie verbraucht und CO2 –Immissionen erzeugt).

Wandzeitung