Skateboarder und das Gefühl der Straße

von Marius Kessler

 

m-kSkateboards entstanden aus dem Surfen. Surfer der kalifornischen Küste wollten in den 80er Jahren diesen Freizeitspaß auch auf der Straße erleben. Sie kombinierten Achsen und Rollen mit ihrem modifizierten Surfbrett und jagten in Scharen die Straßen herunter. Straßenpunks wurden sie genannt und durchzechten die Nächte, um in ihrer Gruppe die sogenannte Dog-Town Crew und Hausparties incl. Poolskaten oder Indoor-Rampen zu feiern, alles mit einem entsprechenden Gehalt an Marihuana und Alkohol.

Diese Skater sind so was wie die ersten Rockstars für kleine Jungs und Mädchen. Sie symbolisieren einen Freigeist, der tut und lässt was er will, aber alles auf der Basis von großer Freundschaft und Verbundenheit durch das eine Hobby. Dabei wurde kaum randaliert oder geschlagen, jedes mögliche aggressive Potenzial neutralisierte sich durch die Auslebung des eigenen Willens. Diese Zeit war mehr eine Auskostung der eigenen Jugend ohne Zwang oder Regeln. Als Rebellen könnte man sie gut betiteln.

Es fing früh an mit den ersten Skateboards, damals noch lange Surfbretter mit selbstgemachten Achsen- und Rollenkombinationen. Es entstanden nun die Bretter wie wir sie kennen: Ca. 1 m lang, 20 cm breit und ca. 1 cm dick und mit verkrümmten Enden.

Skaten wurde zum Massensport und immer mehr junge Menschen begeisterten sich für dies Art von Hobby: Denn es geht beim Boarden nicht direkt nur ums Fahren und Tricks, sondern darum, eine Idee zu symbolisieren. Die Idee von großer Freiheit und Charakterstärke. Die vielen bekannte Coolness, die aufkommt, wenn ein junger, athletisch und von der Straße gegerbter Skater ohne große Mühe an einem vorbeirauscht, geht damit einher. Nur leider versuchen viele, sich diesem Faktor mit einem T-Shirt und einem Brett zu erkaufen. Dabei verkümmert diese rebellische Idee, langsam aber stetig, und wird zu einem Schweif am Horizont.

Ich fühle die Straßen. Es scheint, als ob jegliche Kleidung und Accessoires dieses Gefühl in der Seele tragen. Gemacht, um zu Skaten, steht auf vielen Etiketten in Skater T-Shirts und Kapuzenpullovern. Von Skatern für Skater, um jedem, der daran teil hat, dieses Gefühl zu geben, was diese Zuneigung fürs Hobby ausmacht.

Das Rollen auf der Straße, das Vibrieren des ganzen Körpers und mühelose Vorbeiziehen an jedem erdenklichen Hindernis macht unter anderem den Reiz aus. Dazu kommen viele tollen Erinnerungen, die man mit Freunden teilt, wie Messebesuche oder der erste Ollie (Sprung mit Brett).

Und so lebt diese Sympathie weiter in mir. Ob sie jemals verschwindet? Keine Ahnung. Eines weiß ich jedoch genau: Skaten ist einer der besten Teile meines Lebens.

 

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