Die Verhältnismäßigkeit der Dinge

von B. K.

 

b-kSeit jeher sind Kinder das Gut unserer Zukunft, und doch vor dem Gesetz die Hilflosesten, wie kürzlich wieder aus Funk und Fernsehen zu entnehmen war. Gesprochen wird hier von einem Mitarbeiter der Hobbyeisenbahn im FEZ. Dieser wurde angeklagt, in 47 Fällen Kinder unzüchtig berührt oder vergewaltigt zu haben, nachdem sie sich nach Monaten und Jahren getraut haben, dies ihren Eltern anzuvertrauen. Dieser Mitarbeiter wurde aufgrund der Tatsache, dass keine weitere Person anwesend war, zu sieben Monaten Bewährung „freigesprochen“.

 Wie kann es dann sein, dass jemand, der nur 3.500 € Steuern hinterzieht, eine Haftstrafe von vier Jahren bekommt aufgrund der Tatsache, dass das Geld aus der Tasche des Steuerzahlers geklaut wurde?

Dies ist nur eins von vielen Beispielen, wie sie sich allein in diesem Jahr ereignet haben. Und doch scheint es uns alle für einen Moment zu schocken, wenn wir solche Meldungen hören müssen. Gedanken wie „es könnte mein eigenes Kind sein“ liegen bei solchen Geschichten auf der Hand. Doch selbst Taten wie diese scheinen das Land kalt zu lassen, wie der Blick in die Zeitung beweist. Erste Seite: Ziehung der Lottozahlen. Letzte Seite, rechte Spalte, ganz unten: “Vater vergeht sich an seinen Kindern“.

Diese Aufteilung der Schlagzeilen hat nichts mit dem Denken der Zeitung zu tun, sondern mit den Verkaufszahlen, da eine Zeitung harmloser aussieht mit Lottozahlen auf der Titelseite als mit der Überschrift „Vater vergeht sich an Kindern“. Doch wo soll das alles enden? Muß doch erst ein prominentes Kind verschwinden, damit solch ein Thema gesellschaftsfähig wird? Ich hoffe, bete und wünsche keinem Kind auf dieser Welt, so etwas durchmachen zu müssen.

Stellt sich die Frage der Lösung des Problems. Ich denke, dass ein generelles Umdenken in der Gesellschaft stattfinden muss. Zumindest in der Hinsicht, dass alles, was nach sich selbst kommt, nicht mehr bewertet werden soll, ob es sich lohnt, Zeit und Probleme auf sich zu nehmen. Angefangen bei der älteren Dame, die auf dem Boden liegt und an der man vorbeiläuft, bis hin zu den Schreien, die aus der Nachbarwohnung kommen.

Der Mensch als solches ist nicht von Geburt aus böse, er wird geprägt durch die Erlebnisse in seinem Leben, das wie bei allen anderen mit der Kindheit beginnt.

Dieses Skript ist aus meinen Gedanken, Erfahrungen und Eindrücken der letzten 3 Jahre entstanden.

 

 

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