Mein Papa

von S. M.

 

s-mIch hatte das Glück, einen wunderbaren Menschen kennen zu lernen. Er war ein sehr ruhiger Mensch aber dennoch hatte er was an sich, was ich nicht beschreiben kann. Entweder war es dieses Funkeln in seinen Augen, wenn er seine Familie um sich hatte, oder einfach nur seine Art wie er sich gab. Er war immer für uns da, tat alles Mögliche dafür, dass es uns gut geht. Doch dabei kam er zu kurz. Er war von Beruf Maurer, er lebte für seine Arbeit. Doch dann wurde er krank, er musste seine Arbeit aufgeben. Er fühlte sich nutzlos, weil er nichts machen konnte.

Dadurch fing er an zu trinken. Zuerst bemerkten wir das nicht, doch dann lag er regungslos im Bad auf den Boden. Er musste für mehrere Tage ins Krankenhaus und dabei stellte sich heraus, dass seine Leberwerte nicht stimmen. Da wurde mir bewusst, er ist ein Alkoholiker. Mir war klar, dass er nicht mehr lange leben würde und ich wollte einfach die Zeit mit ihm genießen. Ich ging mit ihm zu Eishockeyspielen, spielte mit ihm Karten und wir gingen unserer Lieblingsbeschäftigung nach. Es ging ihm wieder besser und ich hatte die Hoffnung, dass er es doch schafft. Doch diese Hoffnung wurde mir genommen.

Plötzlich ging es ihm immer schlechter und er musste sofort ins Krankenhaus. Seine Leber war völlig kaputt und seine Blutplättchen waren nicht in Ordnung. Er blieb 2 Wochen im KH und meine Mutter wollte nicht, dass ich ihn so sehe, er war bleich wie ein Toter. Wir hatten uns gestritten, bevor er ins KH kam. Ich habe ihm Vorwürfe gemacht wegen dem Alkohol. Da kam am Sonntagmorgen der Anruf vom KH. Der Arzt berichtete mir: „Tut uns leid, Ihr Vater ist gestorben“. Ich brach heulend zusammen, denn ich hatte den Mann verloren, der für mich alles getan hat, obwohl ich ungerecht zu ihm war.

Ich konnte mich nicht mal richtig von ihm verabschieden und mich für alles bedanken, was er je für mich getan hat. Aber zum Glück hat er noch die Geburt seines 1. Enkelkindes erlebt. Seine Augen strahlten immer, wenn er dieses Mädchen sah. Er war ein anderer Mensch in ihrer Nähe. Er lebt in meinem Herz weiter und irgendwann werde ich ihn wieder sehen.