libelle grossMit 20 Kolleginnen und Kollegen unserer Schule und einem lieben Gast nutzten wir den letzten „Präsenztag“ am 2. August für einen Fachbesuch der Landesgartenschau 2019 in Wittstock/Dosse. – Die erste positive Überraschung erwartete uns gleich bei der Ankunft, denn das LAGA-Gelände schließt unmittelbar an den Bahnhof an und bezieht diesen gestalterisch mit ein. So trafen wir schon nach wenigen Schritten auf Landschaftsarchitekt Hagen Rossmann, gärtnerischer Beauftragter für die Planung und Durchführung der Landesgartenschau.

In einer hochinteressanten Führung über das 14 ha große Gelände erläuterte er uns wie die mittelalterliche Stadtmauer (die bis heute mit 2500 m Länge fast komplett erhalten ist) den roten Faden der Anlage bildet. In unmittelbarem Anschluss an das imposante Bauwerk wurden öffentliche Freiräume (u.a. zwei alte Stadtparks) durch maßvolle Auslichtungen, Wege, Spielflächen, Sitzplätze und Vegetationsflächen neu erschlossen und aufgewertet. Neben der Stadtmauer als baulichem Wahrzeichen, ist das kleinen „Flüsschen“ Glinze (zusammen mit seinem „Mündungsflüsschen“ Dosse) der natürliche Wegweiser der LAGA. Entlang einiger Uferböschungen sind im letzten Herbst zehntausende von Blumenzwiebleln gesteckt worden. Insgesamt wurden 1 Mio. ! Zwiebeln auf dem Gelände ausgebracht.

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So gab es von April bis Juni einen beeindruckenden Blütenflor der von tausenden Präriekerzen (Camassia) abgeschlossen wurde. Jetzt im Hochsommer erobert nach der ersten Mahd allmählich die natürliche Krautvegetation die Flächen zurück. Insgesamt ist das LAGA Gelände ein sehr gelungenes Beispiel dafür wie Bereiche mit aufwändig gärtnerisch gestalteten Vegetationsflächen und solche mit natürlicher Vegetation verbunden werden können.
Auf halber Strecke des LAGA-Geländes mündet die Glinze in die Dosse. Durch gezielte landschaftspflegerischen Eingriffen wie:
• Fällung schattenwerfenden Pappeln,
• extensive Wiesenmahd,
• stellenweise Ausbaggerung der Dosse zur Veränderung des „Flußlaufs“ und Initialpflanzungen von heimischen Sumpfpflanzen
hat man Teile der kleinen Flußlandschaft wieder eindrucksvoll renaturiert. Durch Steganlagen wird dieser Bereich erlebbar gemacht und der Bezug zum dem Landschaftsraum der „Ostprignitz“ betont.
Aber natürlich weist die LaGa auch klassische Schaubereiche mit großen freien Rasenflächen auf, die auf keiner Gartenschau fehlen dürfen. Im umgestalteten „Park am Bleichwall“ der auf die wichtige historische Bedeutung Wittstocks für die Tuch- und Textilproduktion hinweist, ist den Planern des Geländes - fast unfreiwillig- ein besonderer Clou für die neueste Gruppe LAGA-Besucher gelungen.
Durch die Entscheidung mitten in den großen Zwiebel-Schaupflanzungen originelle Sitzplätze zu gruppieren, zog dieser Bereich im Frühjahr und Frühsommer zahlreiche „Selfie-Freunde“ an. Diese fotografierten sich mit Vorliebe mitten im bunten Blütenmeer stellten die Bilder ins Internet und lösten so einen kleinen „Besucherhype“ unter Gleichgesinnten auf.
Nach der Führung saßen wir als Kollegium noch bei Getränk und Imbiss entspannt zusammen und nutzten die verbleibende Zeit vor der Rückfahrt für individuelle Rundgänge über die LAGA oder durch die Altstadt von Wittstock.

Text und Bilder, Dr. Ralf Heldmann (fahrtenleitende Lehrkraft)